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01.04.2008
Freude, kurz vor dem ersten Start im Jahr.
Juchuuuuu.
Fällt was auf ?????????
Leben mit dem „Schleicher-Virus“ – Geschichte einer „Infektion“
Seit 1988 bin ich mehr oder weniger heftig dem Segelflugvirus verfallen. Seit ich meinen lieben Mann kenne, weiß ich, dass es noch einen weiteren, Segelflieger gefährdenden Virus gibt: den Schleicher-Virus. Immer, wenn Fliegerkameraden über ihre Typenerfahrungen berichten und irgendwann darauf kommen, dass sie sich in der ASx sowieso am wohlsten gefühlt haben, wusste ich, dass Ingo darauf antworten würde: „Tja, das ist eben Schleicher!“ So langsam nervte mich der Spruch, konnte ich ihn doch nicht so recht nachvollziehen. In der ASK13 habe ich – polnische Flugzeuge gewöhnt - mich nicht so wohl gefühlt, ganz zu schweigen von der Ka7. Und an Ingos schöne ASW17 traue ich mich nicht so recht ran, weil mein letzter Alleinflug mit einem Wölbklappenflugzeug (Jantar 1) schon 15 Jahre her und mein Trainingszustand nicht der beste ist.
Aber seit Ostern 2007 hat mich der Schleicher-Virus auch befallen. Hinter meinem Rücken von Ingo geplant, vorbereitet und gnadenlos durchgezogen.
Eines Tages rief ein Fliegerkumpel an und fragte entsetzt, ob Ingo seine geliebte „K8“ (äh-ASW17 mit Wettbewerbskennzeichen K8) verkaufen will. In den Kleinanzeigen von segelflug.de stünde, dass er eine ASW24 sucht! Aha! Es sollten also vollendete Tatsachen geschaffen werden!! Wochen zuvor hatten wir uns mal so ganz nebenbei unterhalten, dass die 24 wohl ein schönes Flugzeug sei, was völlig zu Unrecht einen schlechten Ruf hat. Das erzählte ich dem Kumpel, und dass das wohl eine Überraschung für mich werden sollte.
Nach ein wenig Preisrecherche, Überdenkens der Folgekosten und allgemeinen Überlegungen (so´n Flugzeug ist ja nun mal kein Stück Butter), wurde es ernst. Drei Angebote kamen in die engere Wahl. Das erste fiel wegen überzogener Preisvorstellungen weg. Das zweite wegen nicht angegebener Schäden und allgemein schlechtem Zustand (zum Glück ist die „Fliegerfamilie“ groß und man erfährt solch Sachen, bevor man sich auf den weiten Weg macht) und dafür auch zu hohem Preis. Blieb Nummer 3. Ein paar E-Mails und Telefonate später stand fest, dass wir einen Osterausflug nach Hessen machen.
Dort angekommen standen wir uns mit gemischten Gefühlen gegenüber. Nach etwas Zeit des „Beschnupperns“ ging es dann auf den Flugplatz. Probeaufrüsten, rundherum anschauen und dann endlich – REINSETZEN. Wir mochten uns von Anfang an – das Flugzeug und ich. Alles befand sich da, wo es hingehört und in Reichweite, ohne sich anstrengen zu müssen. Die Sitzposition war richtig gemütlich. Der hohe Kabinenrand – von vielen verpönt, von langjährigen Pirat-Fliegern gewöhnt – gab mir ein Gefühl von Geborgenheit, ohne die Sicht einzuschränken. Das Fahrwerk ließ sich mit geringem Kraftaufwand aus- und einfahren (wichtig für eine Frau!!!). Mir kam ein Grinsen aufs Gesicht, das nicht gleich wieder weg ging. Am liebsten wäre ich drin sitzen geblieben. Der Virus hatte schon zugeschlagen, bevor ich überhaupt geflogen war! Aber da war ja noch der geschäftliche Teil zu erledigen. Zuvor blickte mir Ingo noch mal tiiiief in die Augen („Sollen wir es wirklich tun? Willst du wirklich?“). Blöde Frage! Wenn es so toll fliegt, wie es sich am Boden anfühlt… Aber so recht glauben konnte ich nicht, dass ich gleich ein eigenes und noch so ein schönes Flugzeug haben sollte. Der „Papierkram“ wurde noch auf dem Flugplatz erledigt. Ein letztes Mal wurde die „50“ an den Audi der Vorbesitzer gehängt. Ein wenig Trennungsschmerz kam auf, als wenig später unser Auto vor den Anhänger rollte. Dann nahmen wir Abschied und fuhren nach Hause.
5 Wochen später nach einigen Schwierigkeiten mit dem Ummelden meines neuen Schätzchens konnte ich endlich fliegen. Es war einfach traumhaft. Im F-Schlepp ging es auf 800 m. Ich hatte das Gefühl, das Flugzeug tut alles allein. Nach knapp 3 Stunden Flugzeit hatte ich wieder dieses unauslöschliche Grinsen im Gesicht. Ingo holte mich nach der Landung ab und fragte: „Na, sollen wir sie wieder verkaufen?“ „Neiiiiiiiiin, die geb’ ich nicht mehr her!!“
Inzwischen sind mir noch ein paar schöne Flüge gelungen und dabei bin ich jedesmal ohne Schmerzen im Rücken oder tiefer, dafür immer mit glücklichem Lächeln ausgestiegen. Fliegen macht wieder richtig Spaß. Um es mit Ingo zu sagen: Tja, das ist eben Schleicher!
P.S.: Ich versichere hiermit, keinerlei Honorar oder Vergünstigungen für diesen Bericht erhalten zu haben. Es sind meine eigenen Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke. :-))
Bisher geflogene Muster:
Bocian Pirat Puchacz Jantar1 Foka5 ASK13 Ka7 Twin Astir Janus ASH25 Nimbus3 DM DG300 DG500 (20 Meter-Version) DG1000 ASW24
Simone Trentelj
ohne Worte....
Über dem Braunkohle Kraftwerk Boxberg
50 bei der Startvorbereitung

Simone beim Überlandflug.
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